Würzburg (POW) Rund 900 Veranstaltungen bietet der 104. Deutsche Katholikentag vom 13. bis zum 17. Mai in Würzburg. Wer sich angesichts der Fülle überfordert sieht, für den gibt es jetzt Abhilfe. Das Team aus dem Bistumsbüro für die Großveranstaltung hat Beispielprogramme für Zielgruppen zusammengestellt, von der Familie über Jugendliche und Studierende bis hin zu Erwachsenen Ü50 und Senioren.
„Wir wollen damit eine Orientierung geben und zugleich anregen, sich selbst einen passenden ‚Fahrplan‘ für den Katholikentag zusammenzustellen“, sagt Dominik Großmann, Referent für die Ausrichtung des Katholikentags in der Hauptabteilung Seelsorge. Damit die Vorschläge möglichst realistisch für die jeweilige Zielgruppe sind, sprachen Großmann und Domkapitular Albin Krämer, Bischofsvikar für den Katholikentag, jeweils Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedenen Altersstufen und Lebenssituationen an. Darunter waren die Familie Emmerich aus Bessenbach, die 16-jährige Marta Lutz aus Hammelburg und die 50-jährige Ilka Seichter aus Bad Kissingen. Im Interview haben sie unter anderem über ihre persönlichen Schwerpunkte und ihre bisherige Katholikentagserfahrung gesprochen.
Wer – von den Beispielen inspiriert – selbst anderen ein ansprechendes Programm für den Katholikentag vorstellen möchte, findet unter https://katholikentag.bistum-wuerzburg.de/programm auch eine Vorlage, in die er seine Vorschläge einfügen und dann zum Beispiel via Social Media weitergeben kann.
Marta Lutz (16), Schülerin aus Hammelburg (Beispielprogramm „Jugendliche“)
POW: Hast Du schon einen Katholikentag besucht? Wenn ja, wie oft?
Marta Lutz: Ich war tatsächlich noch nie auf einem Katholikentag, finde aber cool, dass der nächste direkt erreichbar in unserer Nähe stattfindet.
POW: Was ist beim Besuch des Katholikentags Dein Hauptaugenmerk?
Lutz: Eigentlich kann ich mich gar nicht richtig entscheiden, weil viele Dinge interessant sind. Ich finde die politischen Diskussionen wie um die Wehrpflicht wichtig sowie etwas Entspannendes, zum Beispiel die Eselwanderung oder auch Stockbrot am Lagerfeuer. Cool finde ich auch die Idee, Bibelgeschichten in Minecraft nachzubauen. Mal was ganz anderes zu machen, wie die Zen-Kampfkunst, ist auch toll. Und das Beste ist, dass man dort viele Menschen trifft, denen ähnliche Werte wichtig sind.
POW: Worauf achtest Du bei der Planung Deines Programms besonders?
Lutz: Ich achte besonders darauf, dass ich möglichst viel in kurzer Zeit erleben kann.
POW: Was ist Dein Highlight, auf das Du Dich am meisten freust?
Lutz: Mein Highlight ist gar kein spezieller Programmpunkt, sondern einfach nur, dass man die Kirche (die vor Ort manchmal etwas grau, angestaubt und eintönig wirkt) als bunt, tolerant und vielfältig erleben kann.
Markus und Jutta Emmerich aus Bessenbach (Beispielprogramm „Familie“)
POW: Haben Sie schon einen Katholikentag besucht? Wenn ja, wie oft?
Markus Emmerich: Jutta und ich waren mit unseren Kindern schon bei mehreren Katholikentagen, beispielsweise in Münster, Stuttgart und Erfurt. Ich war meist auf der Kirchenmeile beim Stand des Bundesverbands des Familienbunds der Katholiken (FDK) als Helfer dabei. In der Zeit vor oder nach meinem Helferdienst besuchten wir immer die verschiedenen Stände der Bistümer auf der Kirchenmeile oder ließen uns durch die verschiedenen Möglichkeiten von Veranstaltungen, zum Beispiel Gottesdienste, durch die Städte treiben.
POW: Worauf achten Sie bei der Planung Ihres Programms besonders?
Emmerich: Unser Interesse galt auch immer den verschiedenen Angeboten aus der Jugendarbeit, wie den Pfadfindern oder Ministranten. Wir haben unseren Kindern immer die Vielfalt der Kirche zeigen wollen. Wo sieht man denn im Alltag noch Ordensleute, Priester – und Jugendliche, die offen ihren Glauben leben. Highlights waren Gesprächsrunden mit hochrangigen Politikern wie dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler oder der Bundestagspräsidentin.
POW: Was ist Ihr Highlight, auf das Sie sich am meisten freuen?
Emmerich: Auch in Würzburg werden wir wieder am Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz und den Großkonzerten am Abend teilnehmen. Als „Highlight“ freue ich mich auf den „Abend der Begegnung“ am Mittwochabend (hier sind Jutta und ich für unser Dekanat als Botschafter und Helfer eingeteilt) und auf die vielen tollen Begegnungen während der vier Tage in Würzburg.
Ilka Seichter (50), Sozialpädagogin aus Bad Kissingen (Beispielprogramm „Best Ager II“)
POW: Haben Sie schon einen Katholikentag besucht? Wenn ja, wie oft?
Ilka Seichter: Ich war 1994 in Dresden und 2012 in Mannheim. Ich bin keine regelmäßige Katholikentagsteilnehmende und auch sonst mittlerweile eher „kirchenfern“.
POW: Was ist beim Besuch des Katholikentags Ihr Hauptaugenmerk?
Seichter: Ich will Kirche außerhalb von Gottesdiensten erleben können, Menschen treffen („Abend der Begegnung“), diskutieren (Werkstätten), kreativ werden (Mitmachangebote). Ich knüpfe durch manche Angebote an meine Vergangenheit an („Abend der Begegnung“ durch die Dekanate vorbereitet) und folge meinen aktuellen beruflichen und privaten Interessen (sensitiver Stadtrundgang, Ausstellungen).
POW: Worauf achten Sie bei der Planung Ihres Programms besonders?
Seichter: Ich habe ausgewählt, was mich spontan angesprochen hat. Ich erinnere mich, dass ich mich in Mannheim ohne Plan habe treiben lassen. Leider war ich für manch Interessantes zu spät dran, hatte nichts konkret geplant und wusste irgendwann gar nicht mehr, was ich noch tun kann. Die vielen Angebote haben mich überfordert. Diesmal wollte ich für mich interessante Inhalte filtern – hierbei habe ich einiges aus dem kreativen Bereich gewählt, was zu meinem Hobby passt oder Angebote mit und von Menschen mit Behinderung – meinem aktuellen Betätigungsfeld. Auch der Austausch zwischen den Religionen interessiert mich.
POW: Was ist Ihr Highlight, auf das Sie sich am meisten freuen?
Seichter: Es sind verschiedene kreative Angebote: Lego, Holztäfelchen, gemeinsames Singen, Kabarett. Ich kann nicht nur eines nennen.
Interview: Markus Hauck (POW)
(1326/0302; E-Mail voraus)
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