Sehr herzlich begrüßte der Pfarrer, sichtlich angetan von der Anzahl, Vielfalt und Größe, alle herzlich und machte alle auf den 800. Todestag des Heiligen Franz von Assisi am 4. Oktober aufmerksam. Dieser wusste sich den Tieren und der Natur in besonderer Weise verbunden. Man sagt, er solle mit Tieren gesprochen haben können. Von ihm stammt der bekannte Sonnengesang, welcher die Grundlage für das Lied „Laudato si“ ist. Den Kindern wurde der Ursprung der Tiersegnung erklärt, woher die „PS“ bei den Fahrzeugen kommen und das zu früheren Zeit ohne die Tiere die Feldarbeit, Transporte und Lebensmittelversorgung unmöglich war, gerade weil es keine Supermärkte und Kühlmöglichkeiten gab.
Aus der Heiligen Schrift wurde ein Stück der ersten Schöpfungsgeschichte gelesen. Es ging um die Erschaffung der Tiere am 5. Schöpfungstag und anschließend des Menschen. Dies war die Grundlage der Predigt. Hierin ging es vor allem um die Einbindung in die große ganze Schöpfung, zu der Mensch, Tier und Natur gehören. Dabei hat Gott den Menschen Macht und damit die Verantwortung gegeben. Wird dieser Auftrag ignoriert, so „säge der Mensch an seinem eigenen Ast“. Dabei wurde keinesfalls die Moralkeule geschleudert, sondern auf die Vielfalt und Schönheit des großen und Ganzen aufmerksam gemacht.
Vor allem im Fürbittgebet wurden klare Worte gesprochen und für die Tierhalter und Tiere, Tierschutzorganisationen, für Tierquäler und den Weltfrieden als Auftrag für die Erhaltung der Erde am Tag der Deutschen Einheit gebetet. Eine Fürbitte wurde für alle „Lebensmittelretter“ in Foodsharing-Gruppen gebetet, die auch ein verantwortungsvolles Zeichen für die Sorge um die Ressourcen der Erde setzen.
Nun folgte die Tiersegnung, deren Atmosphäre und Begegnungen schwer zu beschreiben sind. Pfarrer Mathiowetz nahm das Weihwasser und besuchte die Tiere und ihre Halter einzeln. Besonders ergreifend waren jene Szenen, in denen die Kinder ihre tierischen Freunde fest in den Armen oder an der Leine nahmen und auf jenen besonderen Moment warteten, bis der Pfarrer sie besuchte.
Szenen waren ein „Dalmatinerpärchen“, welches sich als „Onkel und Neffe“ herausstellte. Eines der Pferde wurde besonders schick herausgeputzt, die „Haare“ geflochten und alle Beine mit großen weißen Bandagen umwickelt.
Die Tiere und ihre Halter kamen weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus. Hündin Lu kam mit ihren Haltern aus dem hessischen Rodgau angereist. Sie hatten im Internet davon erfahren und sind dadurch erstmals nach Hörstein gereist. Die Hündin hatte eine längere Krankheitsphase hinter sich und den Haltern war ein Segen für den weiteren Genesungsprozess wichtig.
Nach der Segnung stellte sich die regionale Foodsharing-Gruppe vor. Es war die erste gemeinsame Aktion zwischen der Hörsteiner Pfarrgemeinde und den „Lebensmittelrettern“. Kurz gesagt gehen die „Foodsaver“ am Abend zu verschiedenen Einkaufsmärkten, Tankstellen und Bäckereien, um noch grundsätzlich essbare Lebensmittel abzuholen, auch wenn z. B. das Mindesthaltbarkeitsdatum gerade erst abgelaufen ist und diese tadellos sind. Der Schwerpunkt liegt wohl auf Tagesbackwaren, Obst und Gemüse, das gerade aus dem Regal aussortiert wurde, und Ähnlichem.
Zu einem festen Zeitpunkt können dann alle diese bei den „Foodsavern“ begutachten und kostenfrei mitnehmen. Dabei handelt es sich bewusst um ein Angebot für alle und hebt sich von Bedürftigkeit ab, welche ja z. B. bei Tafeln nachzuweisen ist.
So versorgte die Gruppe im Anschluss an die Segnung die rund 70 Besucher mit süßem und salzigem Gebäck. Die Frauen durften sich über eine Rose oder eine andere Blume freuen, welche auch aus den Supermärkten gestiftet wurde, weil diese nicht mehr verkauft werden können. Das Angebot lud viele Besucher zum Verweilen ein. Auch für eine kleine Snackbar für die Pferde war gesorgt.
Kerstin Lang sorgte zur Freude der Kleinsten für ein Ponyreiten mit ihrem Shetlandpony Majo. Es herrschte eine ganz besondere, freudige Atmosphäre und durchweg positive Stimmung. Für alle Beteiligten war klar, dass es auch im kommenden Jahr wieder eine Tiersegnung geben soll.
Alle Aktiven haben in der Pizzeria Da Biaggio den Tag ausklingen lassen und schon erste Ideen für weitere gemeinsame Aktionen ausgetauscht. Es war ein rundum gelungener Tag. Die erste Tiersegnung fand vor über den 10 Jahren mit Pfarrer Jan Kölbel ebenfalls an die Wilgefortiskapelle in Hörstein statt,










