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Die Königin der Instrumente zu neuem Leben erweckt

Historie - Sanierung - Disposition - Highlights

Nach der Schließung durch das Brandereignis am 12.05.2025 wurde es still in der Kahler Pfarrkirche – für lange Zeit, bis in den September, konnten dort keine Gottesdienste mehr gefeiert werden und auch danach musste man zunächst auf ein Ersatzinstrument zur musikalischen Begleitung zurückgreifen. Die Orgel war vom Brandrauch geschädigt und konnte erst nach umfassenden Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten kurz vor Weihnachten erstmals wieder erklingen.

Die Historie

Die Kahler Orgel wurde im Jahr 1940 durch Orgelbauer Michael Weise gebaut und im Jahr 1989 durch die Firma Gustav Weiß & Söhne überholt. Vor der großen Brandsanierung im Jahr 2025 wurde sie zuletzt im Jahr 2004 generalüberholt und gereinigt. Diese Arbeiten erfolgten, wie auch die jährliche Wartung, durch Orgelbaumeister Martin Karle.

Die Sanierung

Das Brandereignis im Mai 2025 in der an das Hauptschiff angrenzenden Kapelle, betraf zwar nicht unmittelbar die Orgel; durch den Rauch, der sich im kompletten Kirchenraum ausbreitete, wurde sie jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen. Diözesanmusikdirektor und Orgelgutachter Rainer Aberle stellte nach erster Inaugenscheinnahme klar, dass jegliche Nutzung der Orgel zu tiefergehenden Schäden führen kann.
In Abstimmung mit Orgelbauer Martin Karle wurde die fachgerechte Reinigung aller Pfeifen sowie der kompletten Windanlage des Instruments in Angriff genommen. Im Zeitraum Oktober bis Dezember 2025 wurde dazu die komplette Orgel zerlegt, fachmännisch von Ruß und Staub befreit und wieder aufgebaut. Abschließend wurden alle Pfeifen neu intoniert und zu einem neuen Wohlklang vereint.
Im Rahmen der Arbeiten war es unabhängig von der Beseitigung des Rußschadens aus Sicherheitsgründen erforderlich, die technisch überholte elektrische Verkabelung der 85 Jahre alten Orgelanlage komplett zu erneuern. Außerdem wurde die Chance der umfangreichen Arbeiten genutzt, die Klangvielfalt der Orgel um einen Zimbelstern zu erweitern und durch das Anbringen einer Stoffverkleidung am Orgelunterbau auch eine optische Aufwertung zu erzielen.

Die Disposition

Die Orgel besteht aus 34 Registern mit 1.864 Pfeifen verteilt auf 3 Manuale (Hauptwerk, Schwellwerk, Positiv) und Pedal. Als Spielhilfen verfügt sie über 6 Koppeln, ein Tremulant im Schwellwerk, eine Crescendo-Walze sowie 2 freie Kombinationen. Ergänzt wird der Klang durch einen Zimbelstern mit 6 Schalenglocken sowie eine Nachtigall.

Die Highlights

Die Kahler Orgel ist eine der größten im Umkreis. Durch die Neuintonierung entwickelt sie eine ganz neue Vielfalt und Harmonie und der ein oder andere über die Jahre eingeschliffene Miss-Ton konnte wieder ins volle Klangspektrum eingebettet werden. Gerade die Zungenstimmen Posaune, Trompete, Oboe und Krummhorn benötigen auf Grund ihrer besonderen Bauweise neben der regelmäßigen Stimmung besondere Pflege und geben nach der Generalsanierung wieder einen königlichen Klang. Aber auch für die leisen Töne ist gesorgt: als kleiner Kniff wurde die Streicherstimme Dulcian im Hauptwerk schwebend auf das Gedackt intoniert und lässt damit den Kirchenraum in einen wunderbaren sphärischen Klang versinken.
Den besondere Pfiff bietet die bei der letzten Sanierung 2004 eingebaute Nachtigall, die den Raum z. B. bei Marienliedern im Mai mit einem frühlingshaften Vogelzwitschern erfüllt.
Das klangliche i-Tüpfelchen gerade in festlichen Gottesdiensten bietet der neu eingebaute Zimbelstern. Egal ob beim weihnachtlichen „O du fröhliche“ oder dem Margareten-Tags-Te Deum ergänzt er den vollen Pfeifenklang der Orgel mit einem erhebenden Klinge(l)n.

Feierliche Wiedereinweihung

Nach dem Wiedererklingen in voller Pracht zum Weihnachtsfest 2025 wird die Orgel im Rahmen eines Festgottesdienstes am 7. Februar 2026 um 18:30 Uhr durch Weihbischof Paul Reder wiedereingeweiht. Der Festgottesdienst soll ein Zeichen sein, wie die Kahler Pfarrgemeinde auch einen Brand und die daraus resultierenden Folgen überwindet und gemeinsam aufsteht und Mut hat, weiterzugehen. So wird auch in Zukunft zu jedem Anlass von der kleinen Andacht bis zur hochfeierlichen Christmette die Kahler Orgel zu Gottes Ehre und der Menschen Freude ertönen.

Christoph Seidel