Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Grußwort

zur Fastenzeit

Liebe Mitchristen,

das Kirchenjahr kennt die zwei großen Festkreise: den Weihnachtsfestkreis und den Osterfestkreis. Und, wie bei jedem Fest, bedarf es auch hier einer Zeit der Vorbereitung. Solch eine Vorbereitungszeit bricht am Aschermittwoch an, die österliche Bußzeit, die sogenannte Fastenzeit. Beide Begrifflichkeiten spiegeln deren Sinn und Zweck wider. In dieser Zeit sollen wir unser Herz bereiten, auf uns selbst schauen, uns selbst hinterfragen, wo wir vom Willen Gottes abweichen, wo wir uns selbst und anderen schaden, und somit dem Willen Gottes in uns Raum geben, ihn in uns und durch uns wirken lassen. Die 40 Tage stehen für eine Zeit, in der wir um unser Verhältnis zu Gott ringen, in der wir ablegen, was der Gottbegegnung im Wege steht, was uns hindert, die ganze Existenz auf ihn zu gründen.

In unserer lauten Welt ist das oft nicht so einfach. Es ist wichtig, das zu beherzigen, was der Begriff des Fastens u.a. meint: nicht auf Süßigkeiten oder Alkohol zu verzichten, sondern unsere Sinne und unsere Wahrnehmung zu schärfen. Eine Möglichkeit dazu bietet uns die Liturgie der Fastenzeit. Auch sie kennt das Fasten. Im Direktorium, dem Leitbuch durch das Kirchenjahr, ist zu lesen: "In der Quadragesima (ausgenommen am 4. Fastensonntag, an Hochfesten und Festen) darf der Altar nicht mit Blumen geschmückt werden; die Orgel darf nur zur Begleitung des Gesangs verwendet werden. Beides unterstreicht den Bußcharakter dieser Zeit (vgl. Zeremoniale für die Bischöfe, 252)."

"Die Fastenzeit soll eine stille und ernste Zeit der Besinnung sein. Ein Mittel, um die Früchte der Fastenzeit zu sichern, ist der Geist der Zurückgezogenheit. (...) Der Priester trägt das violette Messgewand. Die Orgel schweigt, die Blumen und der Schmuck der Kirche fehlen. Das Gloria fällt aus." (vgl. www.kathpedia.de)

Hier wird vor allem das Fasten der Augen (Verzicht auf Blumenschmuck) und das Fasten der Ohren (dezimierte Orgelmusik) angesprochen. Diese Möglichkeit, der österlichen Bußzeit ihren besonderen Charakter zu geben, wollen auch wir wieder neu entdecken, um dann in froher Erwartung und Sehnsucht dem Osterfest entgegenzugehen und den Auferstandenen mit neuem, lauten Jubel zu ehren.

Deshalb entfällt in der Fastenzeit das “Halleluja” in allen Gottesdiensten, und zwar auch an den Hochfesten und Festen und wird durch einen anderen Ruf vor dem Evangelium ersetzt ("Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre" oder "Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit"), zum Einzug gibt es nur ein kurzes, leises Vorspiel zum ersten Lied, der Antwortpsalm wird des Öfteren gesprochen, Agnus Dei wird generell gebetet und zur Kommunion wird Stille gehalten.

Nutzen wir die Fastenzeit, um Gott, unseren Nächsten und uns selbst neu zu entdecken und durch Werke der Barmherzigkeit das Evangelium erlebbar und erfahrbar zu machen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit 
Pfr. Mariusz Kowalski